1. Einleitung

Die sogenannte „Völkerwanderung“ gehört zu den am intensivsten diskutierten Epochen der europäischen Geschichte. Traditionell wurde sie als Phase des Niedergangs, der Gewalt und des Zusammenbruchs verstanden – als eine Zeit, in der „barbarische“ Völker das Römische Reich überrannten und damit das Ende der Antike einleiteten. Diese Sichtweise, stark geprägt durch spätantike Autoren wie Ammianus Marcellinus oder Jordanes, dominierte lange Zeit auch die moderne Forschung.

In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch ein differenzierteres Bild durchgesetzt. Neue archäologische Methoden, naturwissenschaftliche Analysen (insbesondere aDNA-Studien), sozialhistorische Ansätze sowie eine kritische Neubewertung schriftlicher Quellen haben das Verständnis der Völkerwanderung grundlegend verändert. Die Epoche erscheint heute weniger als chaotischer Zusammenbruch, sondern vielmehr als Phase komplexer Transformationsprozesse, in der Migration, militärische Integration, ethnische Neubildung und politische Innovation ineinandergriffen.

Die zentrale Frage lautet daher: War die Völkerwanderung primär ein unkontrolliertes Chaos – oder handelte es sich um eine strategische Neuordnung Europas, getragen von Eliten, Bündnissen und strukturellen Anpassungen?


2. Begriff und Problematik der „Völkerwanderung“

Der Begriff „Völkerwanderung“ (lat. migratio gentium) ist selbst ein Produkt neuzeitlicher Geschichtsschreibung. Er suggeriert geschlossene, ethnisch homogene „Völker“, die kollektiv ihre angestammten Siedlungsräume verließen. Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass diese Vorstellung problematisch ist.

Statt fest umrissener Ethnien handelt es sich häufig um politisch-militärische Verbände, die sich dynamisch zusammensetzten. Die sogenannte ethnogenetische Schule, insbesondere vertreten durch Herwig Wolfram und Walter Pohl, betont, dass „Völker“ wie Goten, Vandalen oder Langobarden weniger biologische Abstammungsgemeinschaften als vielmehr Traditionsverbände waren. Ethnische Identität wurde durch Mythen, Herrschaftsstrukturen und symbolische Kommunikation konstruiert.

Diese Perspektive wird durch genetische Untersuchungen bestätigt. aDNA-Analysen von Gräberfeldern in Italien, Ungarn und Deutschland zeigen, dass viele „germanische“ Gruppen eine heterogene Zusammensetzung aufwiesen. Eliten konnten sich ethnisch abgrenzen, während die Gesamtbevölkerung oft lokal verwurzelt blieb. Migration war also selektiv, nicht massenhaft.


3. Der Auslöser: Die Hunnen und die Verschiebung der Machtverhältnisse

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Ein entscheidender Impuls ging von den Hunnen aus, die ab den 370er Jahren in den pontisch-kaspischen Raum vordrangen. Ihr Auftreten setzte komplexe Kettenreaktionen in Gang. Gruppen wie die Westgoten suchten Schutz im Römischen Reich, was 378 in der Schlacht von Adrianopel zur Niederlage und zum Tod des Kaisers Valens führte.

Doch selbst diese Ereignisse sind nicht als unkontrolliertes Chaos zu verstehen. Die Westgoten wurden 382 als Foederaten angesiedelt – ein institutionalisierter Status innerhalb des Reiches. Das Römische Reich reagierte also zunächst mit Integration statt mit Kollaps.


4. Integration statt Invasion: Foederaten und Militäraristokratie

Im 5. Jahrhundert stützte sich das Weströmische Reich zunehmend auf nicht-römische Militärführer. Persönlichkeiten wie Stilicho oder Ricimer zeigen, dass ethnische Herkunft kein Hindernis für politische Macht war.

Die Ansiedlung von Gruppen wie den Burgunden oder Vandalen erfolgte häufig im Rahmen vertraglicher Regelungen. Das Vandalenreich in Nordafrika unter Geiserich war kein spontanes Produkt anarchischer Gewalt, sondern das Resultat strategischer Mobilität und politischer Kalkulation.

Der Fall Roms 476 durch Odoaker bedeutete nicht das Ende römischer Strukturen. Vielmehr blieb die Verwaltung weitgehend bestehen, während sich die Herrschaftslegitimation wandelte.


5. Die Langobarden: Von den Winnilern zur Herrschaft in Italien

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Ein besonders instruktives Beispiel bieten die Langobarden. Nach der Überlieferung des Paulus Diaconus nannten sie sich ursprünglich „Winniler“. Neuere Forschungen bestätigen, dass „Langobarden“ wohl eine spätere, identitätsstiftende Umbenennung war.

Archäogenetische Studien aus Gräberfeldern in Pannonien und Norditalien zeigen eine komplexe Sozialstruktur: Elitegräber weisen nordeuropäische genetische Marker auf, während ein Großteil der Bestatteten lokale mediterrane Herkunft hatte. Dies spricht für eine militärische Führungsschicht, die sich über eine heterogene Bevölkerung legte.

Der Zug nach Italien 568 unter Alboin war daher weniger ein chaotischer Massenaufbruch als vielmehr eine strategisch organisierte Migration mit militärischem Ziel: die Kontrolle über ein geschwächtes, aber wirtschaftlich attraktives Territorium.


6. Ethnogenese und politische Neuordnung

Die Völkerwanderung war eine Phase intensiver Ethnogenese. Gruppen wie die Franken entwickelten unter Chlodwig I. stabile Herrschaftsstrukturen, die römische Verwaltungsmodelle übernahmen und mit christlicher Legitimation verbanden.

Auch das Ostgotenreich in Italien unter Theoderich der Große zeigt die Kontinuität römischer Institutionen. Theoderich präsentierte sich als Bewahrer römischer Ordnung, nicht als deren Zerstörer.

Die politische Landkarte Europas wandelte sich somit nicht durch vollständige Zerstörung, sondern durch Transformation. Aus römischen Provinzen entstanden poströmische Reiche mit hybriden Strukturen.


7. Klimatische und ökologische Faktoren

Neueste paläoklimatische Studien weisen auf klimatische Instabilitäten im 4.–6. Jahrhundert hin. Die sogenannte „Late Antique Little Ice Age“ (ca. 536–660) brachte Ernteausfälle und Seuchen. Solche Faktoren könnten Migrationsbewegungen begünstigt haben, ohne sie monokausal zu erklären.

Auch die Justinianische Pest (ab 541) veränderte demographische Strukturen nachhaltig. Doch auch hier zeigen neuere Untersuchungen, dass regionale Unterschiede erheblich waren. Ein flächendeckender Zusammenbruch ist nicht nachweisbar.


8. Fazit: Chaos oder Neuordnung?

Die Völkerwanderung war weder reine Katastrophe noch geradliniger Modernisierungsprozess. Sie war eine Phase tiefgreifender Transformation, in der Migration, Integration, Gewalt und Kooperation nebeneinander existierten.

Neuere Erkenntnisse aus Archäogenetik und Sozialgeschichte zeigen:

  • „Völker“ waren flexible politische Verbände.

  • Migration war selektiv und häufig elitengetragen.

  • Römische Strukturen blieben vielfach erhalten.

  • Neue Reiche integrierten römisches Recht, Christentum und Verwaltung.

Die Epoche erscheint daher weniger als chaotischer Untergang denn als strategische, wenn auch konfliktreiche Neuordnung Europas. Aus dem Zusammenspiel römischer Kontinuitäten und „barbarischer“ Innovationen entstand das Fundament des mittelalterlichen Europa.

Die Völkerwanderung war somit kein abruptes Ende, sondern der Beginn einer neuen historischen Konstellation – einer Epoche, in der Identitäten neu definiert, Herrschaftsformen transformiert und die politische Geographie Europas dauerhaft umgestaltet wurden.

1. Chronologischer Rahmen und Periodisierung

Die klassische Periodisierung der Völkerwanderung setzt meist mit dem Jahr 375 n. Chr. ein – dem Einbruch der Hunnen in den pontisch-kaspischen Raum – und endet traditionell 568 n. Chr. mit dem Einfall der Langobarden in Italien. Andere Ansätze erweitern den Zeitraum bis ca. 600 n. Chr., um die Konsolidierung der poströmischen Reiche einzubeziehen.

Wichtige Eckdaten:

  • 376: Aufnahme der Westgoten ins Römische Reich südlich der Donau

  • 378: Schlacht von Adrianopel; Tod des Kaisers Valens

  • 382: Foedus zwischen Rom und den Westgoten

  • 395: endgültige Reichsteilung nach dem Tod von Theodosius I.

  • 406/407: Rheinübergang von Vandalen, Alan und Sueben

  • 410: Plünderung Roms durch die Westgoten unter Alarich I.

  • 429–439: Vandalen setzen nach Nordafrika über; Eroberung Karthagos 439

  • 451: Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen Attila

  • 455: Zweite Plünderung Roms durch die Vandalen

  • 476: Absetzung des Romulus Augustulus durch Odoaker

  • 493: Herrschaftsbeginn Theoderich der Große in Italien

  • 507: Schlacht von Vouillé – Sieg der Franken unter Chlodwig I. über die Westgoten

  • 533–554: Justinians Reconquista (Vandalen- und Gotenkrieg)

  • 568: Einfall der Langobarden in Italien unter Alboin

Diese Chronologie verdeutlicht: Die Völkerwanderung war kein punktuelles Ereignis, sondern ein über zwei Jahrhunderte andauernder Transformationsprozess.


2. Vielfalt der beteiligten Gruppen

Der Begriff „Völkerwanderung“ verschleiert die enorme Heterogenität der beteiligten Gruppen. Neben den bereits genannten spielten folgende Gemeinschaften eine bedeutende Rolle:

Germanischsprachige Gruppen

  • Ostrogoten

  • Burgunden

  • Alemannen

  • Thüringer

  • Angels

  • Sachsen

  • Jüten

Nicht-germanische Gruppen

  • Hunnen

  • Alan

  • Awaren (ab ca. 560 im Donauraum)

  • frühe slawische Gruppen (ab dem späten 6. Jahrhundert verstärkt auf dem Balkan)

Diese Aufzählung zeigt, dass es sich nicht um eine einheitliche „germanische“ Bewegung handelte, sondern um ein Geflecht unterschiedlicher ethnischer, sprachlicher und politischer Einheiten.


3. Ethnogenese und neueste Forschungsergebnisse

Die neuere Forschung – insbesondere durch Walter Pohl und Herwig Wolfram – betont, dass viele dieser Gruppen keine biologisch homogenen „Völker“ waren. Vielmehr handelte es sich um Traditions- und Gefolgschaftsverbände, deren Identität situativ konstruiert wurde.

Beispiel Langobarden

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Die Langobarden, die sich laut Paulus Diaconus ursprünglich „Winniler“ nannten, illustrieren diesen Prozess exemplarisch. Neuere archäogenetische Studien (u.a. aus Szólád in Ungarn und Collegno in Italien) zeigen:

  • Eine genetisch differenzierte Gesellschaft mit einer nordeuropäisch geprägten Elite.

  • Lokale mediterrane Bevölkerungsanteile in Italien nach 568.

  • Hinweise auf verwandtschaftlich organisierte Kriegerverbände.

Die Migration von Pannonien nach Italien (568) war also kein ungeordnetes Massenphänomen, sondern ein militärisch organisierter, elitengesteuerter Siedlungszug.


4. Militärische Konflikte und politische Integration

Die Ereignisse zwischen 376 und 476 erscheinen in spätantiken Quellen oft als Katastrophenkette. Doch viele Prozesse waren strukturell eingebunden:

  • Die Ansiedlung der Westgoten 382 war ein offizieller Vertrag (Foedus).

  • Die Burgunden wurden 443 als Föderaten in Savoyen angesiedelt.

  • Die Sueben gründeten 409 ein Reich in Galicien.

  • Die Vandalen errichteten 439 ein Königreich in Nordafrika.

Selbst 476 bedeutete keine institutionelle Zäsur im administrativen Alltag Italiens. Odoaker regierte formal im Namen des oströmischen Kaisers.


5. Britannien und der angelsächsische Raum (ca. 410–600)

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Nach dem Abzug römischer Truppen aus Britannien um 410 etablierten sich im Laufe des 5. Jahrhunderts die Angels, Sachsen und Jüten. Zwischen 450 und 600 entstanden mehrere angelsächsische Königreiche (Heptarchie).

Auch hier zeigen genetische Untersuchungen, dass keine vollständige Bevölkerungsersetzung stattfand, sondern komplexe Integrationsprozesse.


6. Klimatische und pandemische Faktoren (ca. 536–600)

Die Jahre 536–540 markieren eine klimatische Krise („Late Antique Little Ice Age“), belegt durch Dendrochronologie und Eisbohrkerne. Die Justinianische Pest ab 541 führte zu erheblichen demographischen Verlusten, besonders im Mittelmeerraum.

Diese Faktoren verstärkten politische Instabilitäten, erklären jedoch nicht allein die Migrationsbewegungen.


7. Schlussbetrachtung: Transformation statt Zusammenbruch

Zwischen 375 und 600 n. Chr. wandelte sich die politische Ordnung Europas grundlegend. Das Weströmische Reich endete 476 formal, doch:

  • Römisches Recht blieb in den germanischen Königreichen präsent.

  • Das Christentum fungierte als integrative Ideologie.

  • Militärische Eliten schufen neue Herrschaftsmodelle.

Die Völkerwanderung war somit weder ausschließlich Chaos noch rein strategische Planung. Sie war ein dynamischer Transformationsprozess, geprägt von Migration, Gewalt, Kooperation und politischer Innovation.

Aus dem Zusammenspiel von römischer Kontinuität und neuen ethnischen Identitäten entstand das frühmittelalterliche Europa. Die neueste Forschung – insbesondere Archäogenetik und Ethnogenese-Theorie – zeigt klar: Europa wurde nicht durch „Völker“ im modernen Sinn zerstört, sondern durch flexible, vielschichtige Gruppen neu geordnet.

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